Das neue 29″ MTB

Die letzten wichtigen Entscheidungen sind getroffen. In den letzten Wochen und Monate habe ich eine Unzahl von Gesprächen mit Freunden und in Fahrradläden geführt, Test- und Erfahrungsberichte von LangstreckenfahrerInnen gelesen, viel recherchiert und Informationen zusammengetragen.

Und was sagt der erfahrene Trainer dazu: „Entscheidend ist auf dem Feld!“

Und so habe ich nach reichlichen Überlegungen und Abwägung aller Informationen mich für die folgende Konfiguration meines, neben mir selbst, wichtigsten Baustein für das Gelingen der TOUR DIVIDE entschieden.

big-bro

Meine Komponenten:

Rahmen, inkl. Gabel: Brother Cycles – Big Bro – Stone Green
Steuersatz: Ritchey WCS Logic EC34/28,6 – EC34/30 Steuersatz

Laufräder: bc Trail 1 Disc Center Lock 28″/29″ Laufradsatz
Vorderrad: Shutter Percision PL-8, DT Swiss 533db, 32 Speichen, Tubeless Ready
Hinterrad: 10 x 135 mm, DT Swiss 533db, 32 Speichen, Tubeless Ready
Schnellspanner: 2 x KCNC KQR Nabenschnellspannerset Titan MTB

Bereifung:
Vorderrad: Schwalbe, Tubeless, Nobby Nic, 29×2,25, Double Defense
Hinterrad: Schwalbe, Tubeless, Racing Ralph, 29×2,25, Double Defense

Antrieb: Shimano XT M8000 Gruppe 2×11 24-34

Bremsen: Shimano XT v+h Set Scheibenbremse BR-M8000 mit J02A Resinbelag

Bremsscheiben: Bremsscheibe SM-RT76 6-Loch für XT

Pedale: Shimano Click ́R Plattform-/Klickpedale PD-MT50

Vorbau: Ritchey WCS C260 31.8 Vorbau Modell 2017
Lenker: Ritchey WCS 20 mm 31.8 Low Rizer Lenker Modell 2016
Griffe: Ergon GP1 BioKork Lenkergriffe

Sattelstütze: Easton EC70 Offset Carbon Sattelstütze
Sattel: Brooks Team Professional Classic Sattel
Sattelklemme: KCNC MTB QR SC12 Sattelklemme mit Schnellspanner

Natürlich werde ich das Rad mit einem Berliner Fahrradladen gemeinsam aufbauen. Schließlich muss ich auf meiner Tour in der Lage sein sämtliche Komponenten auszutauschen oder zu reparieren.

 

Tour Divide ’16

Heute um 16 Uhr (MEZ), also um 8 Uhr vor Ort in Banff, Alberta startet die Tour Divide, das diesjährige Self-Supporter-Race entlang der Wetterscheide zwischen Atlantik und Pazifik.

2016 werden sich der Herausforderung 172 Fahrer und Fahrerinnen stellen. Dieses Jahr ist die Strecke, bestehend aus 90% unbefestigter Wege und 5% Single Trails, 4.455 km lang und wird wie jedes Jahr von Banff bis nach Antelope Well an der Grenze USA/Mexiko führen. Dabei wird ein Höhenunterschied von 60.960 m zu überwinden sein, davon 45.618 m Anstiege. Der höchste Punkt, der Indiana Pass in Colorado, wird bei 3.631 m. ü. N.N. liegen.

Über den Tour Divide Live Tracker kann jeder die TeilnehmerInnen bei Ihrer Fahrt verfolgen. HIER

Alle potentiellen Tour Divide TeilnehmerInnen sollten sich den zweiten Freitag im Monat Juni dick in ihren Kalender eintragen, denn dies ist der Termin für den Start.

Konditionstraining I

Seit letzter Woche habe ich die Konfiguration meines Equipments nach langen Überlegungen festgeschrieben. Ich werde in Sattel-, Rahmen- und Lenkertasche das Reisezubehör wie Zelt, Schlafsack und Klamotten verstauen. Dazu kommen noch Tube Packs und Footpouchs, die an entsprechenden Bauteilen montiert für Snacks oder elektrische Bauteile vorgesehen sind.

Auf dem Rücken, also in einem Rucksack, werde ich das Futter und die Küche transportieren. Ich habe mich für einen Fahrradrucksack mit einem Fassungsvermögen von 20 Liter entschieden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es ein Model von Deuter, aber die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Lebensmittel, ohne Trinkwasser, im Rucksack zu transportieren hat für mich den Vorteil, dass ich in Kanada und Montana/USA den kompletten Rucksack in den Baum hängen kann. Der Bär auf der Suche nach guter, biologisch angebauter vegetarischer Nahrung wird in den Tiefen der Natur nur meinen Rucksack erbeuten können und sich nicht an meinen zähen Oberschenkeln und sonstigen alten Körperteilen den Magen verderben. Ich habe schließlich als Gast in den Nationalparks Nordamerikas und Kanadas eine Verpflichtung.

Also habe ich heute mit dem Futtertransport-Training begonnen. Nach vier Tagen bei geistiger? Arbeit im Atelier in Hannover und zwei ICE-Bahnfahrten habe ich mir heute einen Kunststoff-Beutel mit 20 Liter Blumenerde gekauft, in meinen Ortlieb-Messenger-Bag gestopft und los ging es. Von zuhause in Mariendorf bin ich über die Müggelberge und den Kranichberg bis Alt-Rahnsdorf und zurück über das Strandbad Müggelsee – mit Badeeinlage – gefahren. 85 km waren standen auf dem Tacho. 20 Liter Blumenerde sind eine Hausnummer. Aber zum Üben ist es gut und fertig bin ich jetzt auch.

Fertignahrung im Test

Für den 23. April hatte ich geplant an die Dahme in der Nähe von Märkisch Buchholz zu fahren, dort zu übernachten und am nächsten Tag zum Vergnügungstempel „Tropical Island“ und dann über Baruth und Zossen zurück nach Berlin zu kommen.

Am Samstag Vormittag habe ich mein MTB mit allen Utensilien für den Kurztrip bepackt. Ich hatte mir in den letzten Wochen eine Auswahl von Fertiggerichten zusammengestellt. Diese wollte ich unter Outdoor-Bedingungen testen. Am heimischen Herd hatten sie wunderbar funktioniert. Aber zuhause ist Labor und in der freien Natur, mit reduziertem Equipment, ist Praxis. Um 13:30 Uhr schwang ich mich auf mein Rad und verliess Berlin gen Süden.

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Ich fuhr zuerst durch Schrebergärten raus aus der Stadt. Dann ging es entlang des Mauerradwegs nach Osten und weiter nach Waßmannsdorf. Von dort fuhr ich immer entlang des Sicherheitszahns des ach so ruhig daliegenden Flughafen BER bis zum Kiekebuscher See und von dort weiter bis Mittenwalde. Ab BER bis kurz vor Mittenwalde bin ich Offroad, über Wald- und Landwirtschaftswege, gefahren. Von Mittenwalde ging es weiter auf asphaltierten Radwegen nach Prieros. Hinter Prieros führt ein Radweg schnurgerade durch den Wald in Richtung Märkisch Buchholz.

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Ich bin jedoch den Radweg nicht bis Märkisch Buchholz gefahren sondern bin nach Osten auf einen Waldweg abgebogen. Dieser Weg führt Richtung Dahme. Vorbei an der Hermsdorfer Mühle bin ich weiterhin durch den Wald nach Süden gefahren. Der Waldweg führt auf einer Anhöhe immer entlang der Dahme und mensch hat einen traumhaften Blick auf den mäandernden Flusslauf. An einer mir bekannten Stelle habe ich den Waldweg verlassen und bin über eine sumpfige Wiese zu meinem Lagerplatz für die Nacht unter einer großen alten Ulme gefahren. Dort habe ich mein Zelt aufgebaut und ein Lagerfeuer entfacht. Jetzt wollte ich mich an die Zubereitung meiner vorbereiteten Fertiggerichte gemacht. Daraus wurde jedoch nichts. Mein Kocher hat den Geist aufgegeben. Das Gas strömte unkontrolliert aus vielen Öffnungen des Kochers, sodaß ich aus Sicherheitsgründen das Gerät weit weg deponierte. Das Abendessen bestand dann aus einer Nudelsuppe, die irgendwo zwischen nicht gar und verbrannt angesiedelt werden kann.

Ergo: Die Aufgabenstellung muss wiederholt werden und diesmal mit einem neuen, funktionierenden Kocher.

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Am Abend schwamm ein Biber, keine 5 Meter von mir, Flussaufwärts an meinem Lagerplatz vorbei.

Die Nacht war tierisch kalt. Die Entscheidung nur den Sommerschlafsack mitzunehmen war nicht eben die glücklichste. Das Schilfgras am Flussufer war am Morgen mit Raureif überzogen. Ich machte mir noch meinen Frühstückstee, aß mein Müsli und verpackte meine Sachen auf dem Rad. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass ich den Platz ordentlich zurücklassen würde, schob ich mein Rad über die sumpfige Wiese zurück auf den Waldweg.

Zurück nach Berlin machte ich noch einen kleinen Abstecher über die Krausnicker Berge (144 m ü.N.N.), zur ehemaligen Cargo Lifter Halle, dem heutigen Tropical Island, und zum Museumsdorf Glashütte. Ab Baruth hatte ich das Wetter nicht mehr auf meiner Seite. War es Anfangs nur extremer Gegenwind so kam ab Baruth bis kurz vor Berlin noch Graupelschauer im Zehn-Minutentakt dazu.

Alles in Allem eine gelungen Tour, wenn auch der Test meiner Fertignahrung total in die Hose ging.

Erste Sattle Bag Testtage

Vor ca. vier Wochen habe ich mir bei dem Online-Shop „Follow Me“ aus Lörrach den/das Sattle Bag von „Apidura“ bestellt. Die Abwicklung der Bestellung verlief, trotz Lieferung an eine Paketstation, problemlos. Eine freundliche Mitarbeiterin von „Follow Me“ rief sogar bei mir an um sich die fehlenden Daten der Paketstation zu erfragen damit alles gut über die Bühne geht.

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Die Packtasche für die Sattelstütze habe sich bei meiner letzten Tour (9. und 10. April 2016) von Dresden nach Berlin getestet. Ich habe die Strecke mit FreundInnen auf dem Rennrad in Tagesetappen von ungefähr 120 km je Tag zurückgelegt. Und es war alles dabei, was der Fahrradfahrer so innig liebt: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Brandenburger Sand und Regen. Auch eine Flasche „Kettenfett„, Erfolgstrunk für die gesamte Gruppe, hat „voll“ die erste und „leer“ die zweite Etappe überstanden.

Ich kann nur sagen: Prüfung bestanden! Sowohl für den „Sattle Bag“ von Apidura als auch für Kettenfett aus Köln.

01.04.2016 oder wie alles anfing

Vor knapp sechs Monaten kam mir die Idee noch eine große Tour mit dem Fahrrad zu unternehmen. Nach meinem Herzinfarkt im November 2011 und einigen weiteren Operationen bei denen mir diverse Tumore entfernt werden mussten hatte ich angefangen meine komplette Lebensführung zu überdenken und neu zu sortieren. Dazu gehörte neben einer Ernährungsumstellung auch die Reaktivierung meiner Leidenschaft aus Zeiten des Studiums: das Fahrrad fahren.

2016april01Hatte ich bis November 2011 gerade einmal ein Rad für die tägliche Nutzung, so bin ich heute stolzer Besitzer von vier funktionierende und zwei, die als Projekt auf die Fertigstellung und Inbetriebnahme wartende, Räder.

2015 war ich Teilnehmer  des legendären „Sommerabenteuer 2015 – Transalp“ der Berliner Radfahrer-Gemeinschaft Fahrtwind-Berlin.

Die Überquerung der Alpen von Mittenwald (D) nach Riva am Gardasee (I) stand in der Agenda und wurde mit 35 MitstreiterInnen bewältigt. In vier Tage haben wir eine Distanz von 320 km zurückgelegt und 4.400 Höhenmeter erklommen. Einige haben noch eine Schippe draufgelegt und haben den Passo dello Stelvio erklommen. Unsere Helden des Abends auf dem Campingplatz.

Die Natur und das überwältigende Alpenpanorama an jeder Kehre haben bei mir die Lust auf Mehr geweckt. Nach reiflichen Überlegungen, vielen Gesprächen mit FreundInnen und Unmengen an verbrachten Stunden  vor dem Laptop mit Recherche, Lesen von Reiseberichten und, und, und, hat sich in mir die Entscheidung verfestigt noch einmal etwas Großes und Ausgefallenes zu machen: mit dem MTB auf dem Continental Divide Trail von Banff in Kanada bis nach Antelope Wells an der Mexikanisch-Amerikanischen Grenze zu fahren und zwar nur mit dem nötigsten Gepäck. Bike-Backing nennt sich diese Art mit dem Rad zu Reisen.

Über die Vorbereitungen für diese Reise werde ich in den nächsten Monaten berichten.